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Continental: Mittelmotor für E-Bikes. Auch mit integriertem NuVinci-Getriebe!

Continental E-Bike Motor "48er"

Weltpremiere: Continental, Automotive-Zulieferer wie Bosch oder Brose, steigt als erstzunehmender Wettbewerber in den Ring -  als Systemlieferant von E-Bike Antrieben. Name des Conti-Motors: "48er Prime". Als "48er Revolution" besitzt es ein integriertes NuVinci-Getriebe!

Die Vorstellung des Continental "48er"-Motors fand bei Cycle Union in Oldenburg statt. Die Macher um Severine Lönne statten ihre aufstrebende Elektrorad-Marke "e-bikemanufaktur" künftig komplett mit dem Continental-Mittelmotor aus. Mittels Software-Anpassung sind aus dem Continental-intern "48er Prime" genannten Mittelmotor (wie bei Bosch E Bike Systems) drei Motoren-Charakteristikas möglich: für City-Räder, Touren-E Bikes und "Adventure"-E-Bikes. Diese dynamisch ausgelegte Motorenvariante wird in zwei Reiserädern der "e-bikemanufaktur" eingesetzt, die als Premium-Produkte angelegt sind  (u.a. Topkomponenten, Front- und Heckträger, Gates Riemen).

Continental E-Bike Mittelmotor mit integriertem NuVinci-Getriebe

Der Knaller bei der Weltpremiere war aber die zweite Motoren-Variante: der Continental "48er Revolution". Technisch interessant, weil er -  bei durchaus passabler Baugröße -  ein integriertes, stufenloses Getriebe von Nuvinci besitzt. Es schaltet automatisch (bei individuell gewählter Trittfrquenz), erlaubt aber auch ein manuelles Gänge-Wechseln. Die Macher der "e-bikemanufaktur" verbauen den Getriebe-Motor in einem sehenswerten Tiefeinsteiger, dessen Einrohr-Rahmen in einem speziellen "Gravity Casting"-Gussverfahren  hergestellt ist und dank inwändigem Gitterrohr-Design hochsteif sein soll. Gewichte: "48er Prime"-Motor: 4,0 kg, "48er Revolution" mit NuVinci-Getriebe: 6,4 Kilo. Das Conti-Team spricht von 500 Gramm Ersparnis im Vergleich zu einem getrennten System. Das Spitzendrehmoment des Prime liegt laut Conti bei 70 Nm. Akkugröße: 600 Wh.

Continental Bicycle Systems & e.bikemanufaktur - langfristige Zusammenarbeit angestrebt

Ursprünglich hatte sich die e-bikemanufaktur vor zwei Jahren für Brose als Systemlieferant entschieden. Da aber die Peripherie um den Brose-Mittelmotor herum von verschiedenen Herstellern kommt - und eben nicht aus einer Hand - kommt, entschieden sich die Oldenburger "für einen langfristigen Partner, eben für Continental Bicycle Systems." Zudem schätzen die Norddeutschen den "starken Markennamen", der ähnliche Marktchancen wie ein Bosch bieten kann.  "Ohne in die Nähe eines Preiskampfes zu führen, der sich bei günstigen Rädern mit Bosch-Motor bereits zeigt", sagt ein Insider.

Sowohl das Wipp-Bedieneinheit (entwickelt von Ergon; für uns ElektroRad-Redakteure das beste auf dem Markt!) als auch das Display sind Teil des Conti-Systems - für E-Bike Hersteller eine deutlich sichere Bank als ein 3-Parteien Antriebsystem (Antrieb von A, Fernbedienung von B, Akku von C), "bei dem jeder dem anderen die Schuld zuschiebt, wenn etwas schief läuft". Man schätzt zudem die "begeisternde Zusammenarbeit" mit dem 30-köpfigen Continental Entwickler Team, das in Nürnberg arbeitet.

Eineinhalb Jahre Entwicklungszeit liegen nun hinter dem Continental & e-bikemanufaktur Team. Eingebunden bei der "48er Revolution" Version ist auch Fallbrooks, Hersteller des stufenlosen Schaltgetriebes. Beide "48er"-Motoren werden in der Erstserie in Frankfurt gebaut. Ingesamt umfasst das "Continental Bicycle Systems"-Team 120 Mitarbeiter. Diese Hundertschaft kann bei Bedarf mit Entwicklern aus dem Continental-Zirkel erweitert werden.

"48er" steht für das auch in der Automotive-Branche gebräuchliche 48 Volt-System ...

... das auch bei E-Bikes als besonders effizient angesehen wird (u.a. größere Leitungsdurchmesser). Interessante Technik-Info: In der "Revolution"-Version mit NuVinci ist ein kleiner Extra-Elektromotor für die Mimik des Schalt-Getriebes zuständig. Das Hinterrad des e-bikemanufaktur Tiefeinsteigers bleibt frei von einer Schaltung. Es ähnelt optisch einem puristischen Singlespeeder-Antrieb. Somit ist bei diesem Tiefeinsteiger ein natürliches Fahrverhalten begünstigt und Hecklastigkeit kein Thema.

Die Kraftübertragung übernimmt ein Gates Riemenantrieb. Für den noch relativ marktneuen Continental-Riemen konnten sich die Oldenburger (noch) nicht entscheiden. Der Gates Carbon Drive erschien ihnen auch aufgrund seines Faser-Aufbaus, der Zähneprofilierung und der formschlüssigen Riemenscheiben-Perfektion "passender für ein Premium-Fahrrad". Auf allen Rädern sind übrigens Continental Reifen aufgezogen. Soweit geht die Freundschaft schonmal.

Continental App in den Startlöchern

Wie die Motorenentwicklung ist auch die Entwicklung einer App nahezu serienreif. Sie kann mit dem e-bikemanufaktur E-Bike Verbindung aufnehmen, stellt den Aggregat-Zustand aber auch sämtliche Fahrdaten dar, managt einen Reichweitenrechner, ermöglicht zudem einen Datentransfer vom Hersteller zum Nutzer, sodass über Push-Nachrichten etwa eine Rückmeldung ("Service fällig") möglich sind. Ebenso Software-Updates wie beim Smartphone. Auch eine Navi-Funktion (OpenStreetMap) ist vorgesehen.

e.bikemanufaktur "Wir denken weiter".

Die bisher mit Continental Bicycle Systems realisierten Modelle (Tiefeinsteiger mit integriertem Nuvinci-Getriebe, 2 Reiserad-Modelle "EXP = Expedition", 3 Tourer, 2 City-Bikes) sind nur der Anfang, hört man im Umfeld der e-bikemanufaktur Macher. Cargo- und Compact-Konzepte sind bereits in der Schublade.

 

 

 

 

 

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