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Vivavelo 2014 – der Politik aufs Fahrrad helfen

Die Podiumsdiskussion auf dem Vivavelo-Kongress wurde von Tagesschau-Sprecher Thorsten Schörder moderiert.

2013 besuchte die Politik die Radbranche  - Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte die Fahrradleitmesse Eurobike in Friedrichshafen. 2014 besuchte die Radbranche die Politik – der Vivavelo-Kongress tagte in Berlin und versuchte die Aufmerksamkeit der Politik für das Radfahren zu gewinnen. Dabei geht vom Kongress eine eindeutige Forderung aus: Das Fahrrad und insbesondere das Elektrofahrrad sind die intelligentesten und effizientesten Transportmittel für individuelle Nahmobilität. Eine intensivere und breitere Förderung des Radverkehrs sei daher das Klügste, was die Politik für die Menschen in Deutschland tun könne.

Besuch von politischer Seite gab es unter anderem durch Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) Rainer Bomba und die Radverkehrsbeauftragte des Ministeriums Brigitta Worringen. Sie  sollten die Botschaft weiter tragen, die der ADFC 2013 im seinem Verkehrspolitischen Programm (bit.ly/1k01K70) beschlossen hat und auf dem Vivavelo-Kongress nochmal deutlich ausgesprochen wurde: das Fahrrad ist mehr als ein Transportmittel. Es ist die Lösung für viele drängende Probleme denen sich die Welt bei Verkehr, Gesundheit und Umwelt gegenüber sieht.

Um der Politik aufs Rad zu helfen, gab es ein gut gefülltes, vielfältiges Programm mit insgesamt 28 Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden, die das Thema Radfahren aus verschiedenen Perspektiven beleuchteten. Vor allem wurde die aktuelle und künftige Bedeutung des Radverkehrs immer wieder betont, der durch seine wirtschaftliche Bedeutung, seine Nachhaltigkeit und gesundheitlichen Aspekte für eine positive Lebensgrundlage in Stadt und Land sorgt: „Wir haben in den letzten Jahren zugelassen, dass in den Städten viel Lebensqualität dem Verkehr zum Opfer fiel.“, sagt ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork. „Die Menschen wollen ihre Städte zurück. Dafür brauchen wir mehr Platz für den Radverkehr und deutlich weniger Tempo auf den Straßen. Radfahren ist gut für alle - und Radfahren wollen alle. Nicht nur besonders sportliche oder wagemutige Fahrer. Für alle müssen wir die Weichen stellen. Und deshalb freuen wir uns sehr, dass sich die Fahrradwirtschaft hinter unser Verkehrspolitisches Programm stellt, so dass wir mit verstärkter Stimme für den Radverkehr eintreten können.“, so Stork weiter. Vivavelo-Initiator Albert Herresthal vom Verbund Service und Fahrrad (VSF g.e.V.) stimmt zu: „Fahrradwirtschaft und Fahrradfahrer haben ein gemeinsames Interesse: Bessere Rahmenbedingungen für den Radverkehr!“.

Bis zum nächsten vivavelo-Kongress in 2016 darf man gespannt sein, welchen Nachhall der gemeinsame Ruf nach mehr und besserer Radverkehrsförderung haben wird. Die Gefahr, dass die Förderung in den Mühlen unseres föderalen Systems zermahlen wird, besteht so lange, wie die Bundespolitik sich nicht stärker dem Fahrrad widmet. Auf dem Kongress wurde klar: Mit schönen Worten geben sich künftig weder Fahrradindustrie noch die potentiellen 80 Millionen Radfahrer in Deutschland zufrieden!

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