Reportage

E-Bike gegen Rennrad: 120 Kilometer "Mit dem Rad zur Arbeit"

07.08.2017
Mensch gegen Maschine: Schnelles E-Bike gegen Rennrad, Fahrt zur Arbeit über 120 km
Mensch gegen Maschine: Schnelles E-Bike gegen Rennrad, Fahrt zur Arbeit über 120 km

Mittwochmorgen, 8.00 Uhr, Start. Verschoben von 500 auf 6.00 Uhr. Da es in Strömen gießt. Und los. 120 Kilometer ....

... mit dem E-Bike und Rennrad. Das Projekt: "Mit dem Rad zur Arbeit". Strecke: Regensburg - Ismaning bei München. Über vier Stunden südwärts, fast Luftlinie.

Zunächst mit dem Rennradfahrer im Schlepptau.

Das Schnelle E-Bike von HNF mit Bosch 350 W Motor schießt trotz "Tour"-Modus aber ordentlich Beinkraft im 34 - 36 km/h Tempo-Fenster dahin. Der Rennradfahrer muss trotz 7,0 Kilo Maschine (Cannondale, Alu) mit seinen Kräften haushalten, deshalb geht er in den Windschatten. Aber das hohe Tempo (Schnitt 32,5 km) rächt sich: Batteriewechsel schon 56 Kilometern. 10 Kilometer weniger als vermutet. Und weitere 70 Kilometer liegen noch vor uns

Deshalb ist eine Änderung der Taktik nötig: "Hauptsächlich in Eco fahren." Die "Tour"-Unterstützung meiden. Aufsparen für den Schluss-Sprint auf den letzten 25 Kilometern. Unmittelbare Erkenntnis dieser Taktik-Änderung: In "Eco" wird das HNF trotz 350 W-Antrieb an Anstiegen zur flügellahmen Gans. Trotz energischem Beineinsatz zieht der Rennradfahrer gnadenlos davon. Um die - immer wieder - aufreißenden Löcher zuzufahren, kommt zeitweise wieder der "Tour"-Modus zum Einsatz.

Ansonsten ist über fast 50 Kilometer "Eco" notgedrungen die erste Wahl. Im  Windschatten des Rennradfahrers ist ein gemeinsamer Speed von 32 km/h zu halten. Allerdings zieht aus Kurven der Rennradfahrer stets davon. Auch da hilft nur der "Tour" Modus, um Anschluss zu halten und zurück in den Windschatten zu fahren.

Mensch stärker als Maschine

Erkenntnis im letzten Drittel unserer "Fahrt zur Arbeit": Bei einer einmaligen Batteriefüllung über 50 Kilometern ist ein schnelles E-Bike gleich schnell/stark wie ein gut trainierter Rennradfahrer. Beide können eine gute Partnerschaft und Wechselspiele praktizieren: Der E-Biker kann dem Rennradfahrer Windschatten geben. 

Ist man aber gezwungen - um Strom zu sparen - in den Energiespar-Modus "Eco" zu wechseln, kann der Rennradfahrer seine viel länger haltende Muskelkraft ausspielen. Auf lange Sicht ist der Mensch stärker als die Maschine.

Windschatten über 40 Kilometer

Letztendlich musste der Rennradfahrer - um den hohen Schnitt von letztendlich 30 km/h zu garantieren (reine Fahrzeit von Regensburg nach München/Ismaning: 4 Std 05 Minuten), dem E-Biker über 40 Kilometer Windschatten bieten. Nach insgesamt 60 Kilometern waren - aufgrund des hohen Gewichts des HNF von 26, 3 Kilo und der zunehmend steigenden Temperaturen zw. 25-32 Grad - die Körner des E-Bikers nahezu aufgebraucht.

Auf den letzten 25 Kilometern konnte der E-Biker aufgrund seiner Spar-Taktik dank 18 km Restreichweite in "Tour" dann doch wieder Gas geben und dem Rennradfahrer phasenweise (4 x 3 Kilometer) Windschatten bieten. Mit 34 km/h flogen die beiden Rad an Rad hintereinander her.

Google sagt: 6:49 Std für die Strecke mit dem Fahrrad

Reine Fahrzeit: 4 Std. 05 Minuten. Fahrdauer von 8 Uhr 08 bis 13 Uhr 08 = genau 5 Stunden. Weil wir Fotos für diese Reportage (erscheint in ElektroRad 1/18, Mitte Februar im Handel) schießen mussten. Am Drücker: Gideon Heede.

 

 

 

 

 

 

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