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E-Bike im Winter - die besten Tipps

16.11.2017
E-Biken macht auch im Winter Spaß
E-Biken macht auch im Winter Spaß

E-Biken im Winter - Kälte, Feuchtigkeit, Akku, Reichweiten und mehr

 

Der Winter steht vor der Tür. Mancher fragt sich, wie er mit dem Pedelec bei Kälte, Regen und Schnee umgehen soll. Hier einige Tipps.

Feuchtigkeit und E-Bike – Kein Problem

Feuchtigkeit macht einem Marken-Antrieb wie von Bosch, Brose, Shimano und Co. nichts aus. Die Systeme sind spritzwassergeschützt. Man kann also bedenkenlos auch längere Regenfahrten absolvieren. Es kann sein, dass durch Temperaturunterschiede das Display beschlägt. Eine Nacht in der geheizten Wohnung genügt, um wieder einen ungetrübten Blick auf die Anzeige zu haben.Taucht die Fehlermeldung „Akku“ auf, liegt es meist an den Kontakten des Akkus, die man wieder trocken legen sollte.

Verminderte Akku-Leistung im Winter

Mit sinkender Temperatur nimmt die Leistungsfähigkeit eines jeden Akkus ab, da sich der elektrische Widerstand in den Zellen erhöht. Bei Markenakkus ist der Leistungsverlust im Winter jedoch sehr gering, wenn man ein paar Tipps beherzigt:

  1. Akku stets vor Fahrtantritt bei Zimmertemperatur laden, da er dann eine höhere Kapazität besitzt als im kalten Zustand. Nutzt man den Akku längere Zeit nicht, gehört er mit ca. 30% bis 60% Ladezustand an einem trockenen und abgedunkelten Ort bei etwa 15°C gelagert. Die Alterungsprozesse im Akku laufen dann langsamer ab.
  2. Solange man fährt, wärmt der Akku sich durch die chemischen Prozesse im Inneren der Zelle selbst. Er bleibt auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt im optimalen Bereich über 20°C. Bei Tourstopps den Akku nicht am Rad lassen, sonst kühlt er aus. Bei erneutem Fahrtantritt besitzt er dann weniger Leistung. Lösung: Akku bei der Pause mit ins Warme nehmen.
  3. Akku-Überzieher aus Neopren sind unnötig: die Innentemperatur bei Fahrten um den Gefrierpunkt unterscheidet sich mit oder ohne Neoprenhülle gerade mal um 3°C. Das hat keinerlei Auswirkung auf die Reichweite. Man muss auch keine Angst vor Schäden durch Kälte haben, wenn der Akku einmal auskühlt. Tipp bei einen eiskalten Akku: Langsam wieder auf Raumtemperatur bringen, danach bei Zimmertemperatur laden – dann besitzt er wieder seine ursprüngliche Kapazität.
Geringere Reichweite im Winter - warum?

Nicht immer liegt eine geringere Reichweite im Winter am Akku. Durch die kalten Temperaturen ist der gesamte Antriebsstrang zäher. Schmutz, Sand und Salz auf der Kette reduzieren den Wirkungsgrad der Kraftübertragung deutlich. Weiterer Faktoren: höhere Roll-, Reib- und Luftwiderstände. Bei Kälte rollt ein Fahrradreifen schlechter ab. Zusätzlich sind Wege und Straßen meist in schlechterem Zustand. Der Reifendruck ist meist geringer, wenn es draußen knackig kalt ist.
Auch der Luftwiderstand ist höher aufgrund der weiter geschnittenen Kleidung und Gegenwind.

Höherer Stromverbrauch im Winter

Und zu guter Letzt ist auch der Faktor Mensch zu berücksichtigen. Im Winter kommt man nicht so schnell auf „Touren“ wie im Sommer. Kalte Gelenke, kalte Muskeln und auch die geringere Motivation, lässt einen weniger Leistung in das System Pedelec treten. Man pedaliert meist in einer niedrigeren Kadenz. Dies alles gleicht der Motor des Pedelecs im Winter unbemerkt wieder aus – auf Kosten eines höheren Stromverbrauchs und damit geringerer Reichweite.
 

Text: Marc Burger, www.pedelec-forum.de

Foto: Marion Herlitze