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Risiko: Pedelec tuning

26.08.2016
Wer sein Pedelec frisiert, riskiert sogar seinen Führerschein.
Wer sein Pedelec frisiert, riskiert sogar seinen Führerschein.

ACE warnt vor Pedelec tuning


Die Versuchung ist groß das eigene Pedelec ein wenig zu frisieren, aber die Risiken sind hoch. Wer frisiert, riskiert sogar seinen Führerschein.

Immer mehr Fahrrad- und Teile-Händler bieten auch für Pedelecs Tuning-Kits an. Meist genügen ein paar wenige Handgriffe und das Pedelec fährt statt 25 plötzlich 50 km/h. Doch der Eingriff ist illegal, wer mit einem getunten Pedelec fährt, riskiert seinen Führerschein, warnt der ACE Auto Club Europa.

Pedelec mit 250 Watt fährt 50 km/h

Wer mit einem Pedelec schneller als die erlaubten 25km/h fahren möchte, muss entweder kräftig strampeln oder auf ein S-Pedelec (auch „Pedelec 45“ genannt) zurückgreifen. Doch auch die 250-Watt-Motoren könnten grundsätzlich schneller fahren – sie werden jedoch bei 25 km/h gedrosselt. Viele Tuning-Kits umgehen diese Drosselung. Dafür wird beispielsweise der angezeigte Tachowert halbiert, schon hilft das Fahrrad theoretisch bis Tempo 50 nach.

Risiko Pedelec-Tuning

„Mit einem so manipulierten Fahrzeug darf man allerdings nicht mehr auf öffentlichen Straßen fahren, denn durch das geknackte Geschwindigkeits-Limit ändert sich auch die Bauart“, so ACE-Rechtsexperte Hannes Krämer. „Aus einem Pedelec, das verkehrsrechtlich als Fahrrad gilt, wird ein S-Pedelec, laut Straßenverkehrsordnung (StVO) also ein Mofa und das braucht eine Betriebserlaubnis.“

Wer keinen Führerschein besitzt

  • muss mit einer Anzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis rechnen.
  • dem droht eine empfindliche Geldstrafe und Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr.
  • erhält eine Sperrfrist von sechs Monaten bis zu fünf Jahren, im Einzelfall sogar für immer
Haftpflicht übernimmt keine Kosten

In vielen Haftpflichtversicherungen sind Pedelecs bis 250 Watt mit abgedeckt. Wer sein Pedelec jedoch unrechtmäßig tunt und damit einen Unfall baut, kann auf den Kosten sitzen bleiben – beispielsweise für Schmerzensgeld, Verdienstausfall, Reparatur, etc. Außerdem kann der Garantieanspruch gegenüber dem Fahrradhersteller erlöschen.

Foto: ACE/Emmerling

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